5. November 2008

Regeldetails: Beim zweiten darüber Nachdenken

Es war eine anstrengende Messe. Nicht nur für mich (ich berichtete weiter unten), sondern sicherlich auch für die zahllosen Animateure, Erklärbären und Präsentatoren an den Messeständen. Ich habe mir während der vier Tollen Tage viele Spiele erklären lassen, an- oder durchgespielt. Nun, nach der Messe, habe ich zu Hause nochmal die Muße, mir die eine oder andere Regel selber durchzulesen oder gar erstmals zu verstehen. Dabei sind einige interessante Unterschiede aufgetaucht ;-)

  • "Chicago Express" von Harry Wu, erschienen bei Queen Games wurde uns von einer ausgesprochen freundlichen und hilfsbereiten Dame am Stand des Verlages erklärt. Wir durften sogar den großen Präsentationstisch, der eigentlich für kurze Erklärungen, aber vor allem nicht zum Spielen einer kompletten Partie gedacht war, kurzzeitig für eine Runde in Beschlag nehmen. Die Regelerklärung war gut gemacht (war definitiv nicht ihre erste) und ziemlich vollständig, aber dass man mit den Gesellschaften keine Verzweigungen bauen darf war ihr so wichtig, dass sie es explizit mehrmals erwähnt hat. Nun lese ist gestern die Regel... Huch! Auch auf das Detail der Sonderauszahlung der Linie, die Chicago erreicht hätte sie uns hinweisen können (finde ich ;-), vielleicht hätte ich dann nicht so grauenvoll verloren.
  • "Monastery" von Gary Dicken und den Ragnar Brothers, erschienen bei den Ragnar Brothers. Hätte man erwähnen müssen, dass die Segnungen, die man eingesammelt hat, zum Erwerb von Buchstaben und weiteren Mönchen mitverwendet werden können? Vielleicht. Hätte das meine Niederlage verhindert? GANZ bestimmt!
  • "A Touch of Evil" von Jason Hill, erschienen bei Flying Frog Productions. Die Erklärung dieses Spiels hat unseren Erklärer von Heidelbär-Team leider vor große Probleme gestellt, da er selbst nicht sonderlich regelfest war und sich das Meiste auch erst beim Erzählen erschließen konnte. Daher ist es nicht verwunderlich, dass ein paar nicht ganz unwichtige Details, so zum Beispiel das Würfel auf dem Mystery Chart in der "bösen" Phase. Und wir haben uns gefragt, warum das Spiel so einfach war und wir es direkt in der ersten Partie mit sechs unerfahrenen Ermittlern gewinnen konnten.
  • "Herr der Ziegen" von Günter Burkhardt, erschienen bei Amigo. Die Erklärung war vollständig und sehr gut. Ich konnte keinen Fehler feststellen, aber hätte die reizende Erklärbärin nicht noch ein paar Mal darauf hinweisen können, dass man Mehrheiten in den verschiedenen Sorten sammeln sollte? Ich war von den niedlichen Graphiken so beeindruckt, dass ich das irgendwie vergessen habe... sonst hätte ich bestimmt noch einen Sieg herausgeschlagen.
Insgesamt habe ich auch dieses Jahr mit den Erklärern, die mir untergekommen sind, durchweg positive Erfahrungen gemacht. Alle waren freundlich, zuvorkommend und haben den Stress, den sie sicherlich auch empfunden haben, phantastisch überspielt. Ich hatte an jedem Stand das Gefühl willkommen zu sein und man freute sich geradezu, uns das Spiel zu präsentieren. Danke dafür. Ihr Erklärbären macht die Messe jedes Jahr wieder zu einer unglaublichen Erfahrung.

Besonders herrausheben möchte ich an dieser Stelle aber Peter Struijf, der uns am Gemeinschaftsstand von Reiver Games und Geode Games sein Spiel "Krakow 1325 AD" vorstellte (erschienen bei Geode Games). Neben seiner Lebensgeschichte, dem geschichtlichen Hintergrund der Stadt, der Entstehungsgeschichte des Spiels und begeisternden Hinweisen auf kleine Details in den Graphiken (er hat uns erzählt, dass er selbst erst in dieser Woche die ersten richtigen Exemplare seines Spiels in den Händen halten durfte), haben wir auch noch das Spiel erklärt bekommen. Ich habe mich gefreut, an einem Samstag Abend noch eine solche Begeisterung für das eigene Spiel vorzufinden. Das hat wirklich Spaß gemacht! Ich war sehr froh, mal ein paar Minuten die Füße unter Peters Tisch stellen zu dürfen und mich auch noch gut zu unterhalten.

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